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Johann Wilhelm Wilms | Symphonien Nos. 6 & 7
Concerto Köln, Werner Ehrhardt
Erscheinungsjahr:
Label:
ASIN:
Format:
Länge:
Aufnahme:
2004
Deutsche Grammophon GmbH, Hamburg (ARCHIV Produktion)
474 508-2
Audio CD (CD-Anzahl: 1)
60' 45
DDD

>> Hörproben (siehe Track Listing)
  Titel:
Symphonie No. 6 d-moll op 58 | 31'00
01. Adagio - Allegro molto e con fuoco | 12' 13
02. Andante quasi allegretto e grazioso | 07' 40
03. Scherzo: Allegretto . Trio | 05' 58
04. Rondo: Allegro molto | 05' 09
Symphonie No. 7 c-moll | 29'45
05. Andante - Allegro | 11' 10
06. Poco Adagio | 07' 32
07. Scherzo . Trio | 03' 24
08. Allegro con fuoco | 07' 39
 
Rezensionen
Concerto Köln hat sich darauf spezialisiert, unbekannten Komponisten und deren Werken zu ihrem Recht zu verhelfen.
Jede CD des Ensembles ließ bisher aufhorchen und wurde als ernstzunehmende Repertoire-bereicherung gewertet, so daß man inzwischen blind vertrauen darf, wenn Concerto Köln mit einem neuen Namen ankommt.
Diesmal ist es Johann Wilhelm Wilms (1772-1847), geboren in Witzhelden bei Solingen und niederländischer Abstammung.
1791 zog er nach Amsterdam, wo als Musiklehrer, Konzertpianist und Orchesterflötist arbeitete und in verschiedenen Komitees Einfluss auf das niederländische Musikleben nahm.
Seine ersten Sinfonien entstanden um die Jahrhundertwende und waren noch dem Vorbild Haydns verpflichtet; später entwickelte er deutlich frühromantische Züge.
Für seine sechste Sinfonie erhielt Wilms 1820 den ersten Preis der Société Royale des Beaux-Arts et de Littérature in Gent; die siebte Sinfonie, mehr als zehn Jahre später entstanden, scheint zu Lebzeiten nie vollständig aufgeführt worden zu sein. Es versteht sich fast von selbst, dass Concerto Köln diese beiden Werke mit einer großen Begeisterung, aber auch mit einer tiefen Ernsthaftigkeit präsentiert.
Das Plädoyer gelingt: Wilms erweist sich als Sinfoniker ganz eigener Prägung, und wer bisher Kraus neben Haydn und Mozart gelten ließ, wird nun Wilms neben Beethoven gelten lassen. Interpretatorisch erfreut, dass Concerto Köln nicht, wie in früheren Aufnahmen, das Fulminante der Neuentdeckung mit einer scharfen Artikulation und rasanten Tempi überbetont, sondern zu einem Ausgleich von rhythmischen, harmonischen und melodischen Aspekten gelangt.
Der partiell romantische Tonfall dieser Musik hat dem Orchester offenbar auch gestalterisch Neuland erschlossen. Der Verzicht auf einen Dirigenten - Werner Ehrhardt leitet vom Konzertmeisterpult aus - bietet hier mehr Vor- als Nachteile.
Zwar könnte man sich gelegentlich eine noch subtilere Gestaltung der Binnen- und Außenspannung vorstellen, wie sie bei Musik dieser Komplexität wohl nur von einem Dirigenten perfekt zu steuern ist; andererseits ist deutlich zu spüren, dass die Orchestermusiker ohne Dirigenten mehr Eigenverantwortung haben und diese auch wahrnehmen.
So übernehmen die Holzbläser an bestimmten Stellen die Führung der Streicher, so gehen die Impulse immer von der jeweils wichtigsten Stimmgruppe aus, so ist der Dialog innerhalb des Ensembles wacher und organischer.
Da zumindest von der siebten Sinfonie inzwischen auch das Notenmaterial erhältlich ist, dürfte diese mutige Produktion nicht unerhebliche Auswirkungen auf unseren Konzertbetrieb haben.
Bravo, Concerto Köln! (Matthias Hengelbrock)

Künstlerische Qualität: 9 von 10 Punkten
Klangqualität: 8 von 10 Punkten
Gesamteindruck: 10 von 10 Punkten

Quelle: www.klassik-heute.de, 28.07.2004

  ECHO Klassik 2005 für Johann Wilhelm Wilms - Sinfonische Einspielung des Jahres - 18. Jh.

Das Concerto Köln ist seit jeher eine etwas andere Spezialistentruppe.
Nicht nur, was die demokratische Selbstorganisation angeht, die einen Dirigenten überflüssig macht. Auch bei der Auswahl des Programms profitieren die Experten an den historischen Instrumenten von ihrer untrüglichen Spürnase, die seit jetzt genau 20 Jahren vorbildlich funktioniert.
Und so ist man in den Notenarchiven des frühen 19. Jahrhunderts fündig geworden. Von dem deutsch-niederländischen Komponisten Johann Wilhelm Wilms hat das Concerto Köln seine beiden letzten Sinfonien Nr. 6 und 7 aufgespürt und weltersteingespielt.
Zwei Werke, die bei allem romantischen Stimmungszauber noch ganz den Geist der französischen Revolutions­musik in sich tragen.

Quelle: Rondo - Das Klassik & Jazz Magazin, Ausgabe 05/2005
Unter dem gewohnt markanten Zugriff des Ensembles klingt die Musik so,, als wäre die Tinte auf dem Notenpapier gerade erst getrocknet.

Quelle: Stuttgarter Zeitung
Concerto Köln hat es sich schon seit seinen Anfängen zur Aufgabe gemacht, unbekannten,
aber zu Unrecht vergessenen Komponisten wieder zu ihrem Recht zu verhelfen.
Nun ist es Johann Wilhelm Wilms (1772-1847), der in Amsterdam als Musiklehrer, Pianist und
Flötist arbeitete.
Für seine sechste Sinfonie erhielt er 1820 den ersten Preis der Societe Royale des
Beaux-Art de Litterature, die siebte Sinfonie scheint zu seinen Lebzeiten nie aufgeführt worden zu sein.
Angesichts der fast Beethoven'schen Qualität der Musik ist es kein Wunder, daß Concerto Köln sich ihr mit aller Begeisterung hingibt.
Die Musiker tun das ohne Übertreibungen, das Fehlen eines Dirigenten stört dabei nicht nur nicht, sondern fördert wohl gerade jene hellwache, aber entspannte Musizierhaltung zutage, die aus der Musik ein echtes Erlebnis macht.
Das ist Neuland, das zu betreten lohnt!

Quelle: Klassik Heute, Ausgabe 02/2004
Die neueste Ausgabe des „New Grove Dictionary" gönnt ihm keine 30 Zeilen, in deutschsprachigen Musiklexika sucht man seinen Namen gar ganz vergebens.
Trotzdem war Johann Wilhelm Wilms - geboren 1772 in der Nähe von Solingen, später in Amsterdam bis zu seinem Tod 1847 einer der wichtigsten Köpfe des holländischen Musiklebens - ein ernst zu nehmender Symphoniker, in dessen Werk sich der stilistische Wandel von der Wiener Klassik zur Frühromantik auf eine durchaus originelle und erfrischende Weise niederschlägt. Erstmals ehren nun die unermüdlichen Klassik-Archäologen (oder sollte man besser sagen „Reanimateure") von Concerto Köln das vergessene Multitalent Wilms (er war auch ein ausgezeichneter Flötist, Klaviervirtuose, Organist, Kompositionslehrer und Organisator) diskographisch: mit seinen beiden letzten Symphonien in d-Moll (1820) und c-Moll (nach 1830), die beide auf eine sehr eindringliche Weise das unruhige Kulturklima der nachnapoleonischen Zeit verarbeiten.
Gleichwohl spürt man auf Schritt und Tritt den prägenden Einfluss Haydns und Mozarts, und dieses klassische Fundament ist sehr phantasievoll durch­mischt mit dem revolutionären Pathos Beethovens und anderer Zeitgenossen.
Insofern ist Wilms vielleicht der letzte Mohikaner eines ins Monumentale gewandelten „Sturm und Drang" und nicht mehr ganz auf der Höhe seiner Zeit.
Aber wie die „Klassik-Rocker" vom Rhein ihn hier anpacken, unter Hochspannung setzen, mit attackierender Frische den Herzenspuls wiederbeleben und die innere Dramatik entfachen - das macht aus Wilms nachgerade fast schon einen kleinen musikalischen Revolutionär: Das nenne ich konspiratives Musizieren auf höchstem Niveau -
unbestechlich und unwiderstehlich. (Attila Csampai)

Eine der Stereoplay-CD's des Monats
Interpretation: 10, Klang: 9, Repertoire: 9

Quelle: Stereoplay (Stuttgart), 01.09.2004
  Ein Beethoven aus Holland

Die vierzehn auf dem CD-Cover abgebildeten Mitglieder des Concerto Köln haben für die vorliegende Produktion vielfachen Zuwachs erhalten: 45 Musiker sind diesmal aufgeführt, offenbar stand Grosses bevor. In der Tat, die als < World Premiere Recordings > bezeichneten Einspielungen der Sinfonien Nr. 6 und Nr. 7 eines gewissen Johann Wilhelm Wilms haben das Zeug, der offiziellen Musikgeschichtsschreibung ein paar korrigierende zusätzliche Sätze abzuverlangen. Wilms, der in Amsterdam lebte und wirkte, ist mit Jahrgang 1772 Beethoven-Zeitgenosse. Und das hört man! Die dahinstürmende Aufgeregtheit des Kopfsatzes der Sechsten ist von beethovenschem Zuschnitt, wirkt unheimlich pathetisch, zuweilen fast theatralisch und ist gleichzeitig - in der motivischen Verarbeitung - auf höchstem Niveau kontrapunktisch angelegt: Auch diesbezüglich scheint Beethoven zu grüssen. Die siebte (Wilms letzte) Sinfonie ist ein Rückblick auf die Revolutionswirren von 1830 und erinnert, zumindest im Gestus, von ferne an die «Eroica», ist mit ihren vier Hörnern und drei Posaunen noch grösser besetzt als Beethovens Dritte. Das Concerto Köln hat Wilms Musik vorzüglich im Griff, spart nicht mit zuweilen fast gewalttätigen Leidenschaften und überzeugt immer wieder durch wunderschöne Bläsersoli. (Werner Pfister)

Quelle: Musik REPLACE Theater (Zürich), 01.09.2004
So etwas nennt man Musik­archäologie: Nach Gossec und Vanhal entdeckt das Concerto Köln mit Johann Wilhelm Wilms (1772-1847) erneut einen vergessenen Sinfoniker.
Das Ensemble zeigt wie der einst viel aufgeführte Wahl - Niederländer mit Haydn - Esprit und Beethoven ­ Elan einen spannend - eingängigen, frühromantischen Stil entwickelte.
In optimaler räumlicher Staffelung lassen die Kölner Wilms auch klanglich in allen Farben blühen. (Otto Paul Burkhardt)

Klang Tipp, Musik: 5 Punkte, Klang: 5 Punkte
Fazit: Verschollene Frühromantik in exzellenten "World Premiere Recordings"

Quelle: Audio (Stuttgart), 01.08.2004
  Da ist jeder Ton neu - Wilms wieder entdeckt

Muss man Johann Wilhelm Wilms kennen? Man muss nicht, man kann nicht einmal.
Denn der gebürtige Niederländer gehört zu den Musikern des 19. Jahrhunderts,
die nach dem Tod schnell in Vergessenheit gerieten.
Klassische Musik ist ein anderes Wort für eine harte, oft auch ungerechte kulturelle Auslese:
Nur die Besten oder jene, die man für die Besten hält, werden heute noch gehört und für die Zukunft warmgehalten. Im Falle von Wilms (er lebte von 1772 bis 1847) ist das schade:
Der Komponist schrieb einen melodiöse und warmherzige Musik, die spätestens nach dem dritten Hören zum Mitsummen anregt. Ein Klassiker der zweiten Reihe -
nicht so inspiriert wie Mozart, nicht so definitv wie Beethoven.
Dafür ist jeder Ton neu.
Das kleine Orchester "Concerto Köln" hat einige Werke von Wilms erstmals auf CD gebannt.
Es handelt sich um die 6. und die 7. Sinfonie, zwei Werke von klarstem, viersätzigen Bau und strenger Dynamik. Wilms steht an der Schwelle zur Romantik.
Da er vergleichsweise lange lebte, hörte er als junger Mann den bekannten Haydn,
später den in Wien zu Ruhm gelangten Rheinländer Beethoven.
Doch auch den Beginn der musikalischen Romantik, die im Zeitgenossen Schubert arbeitete und
im jüngeren Mendelssohn-Bartholdy vollends durchklingt, erlebte und vollzog Wilms mit.
Sein Wandel vom streng konstruierenden Klassiker zum Gefühlsmelodiker ist vor allem in der
7. Sinfonie deutlich hörbar. Herrlich, wie er die Holzbläser auf motivische Höhen führt und die Melodien dann nach und nach entwickelt.
Johann Wilhelm Wilms ist kein Großer der Musikgeschichte.
Doch hat er sich sein Anrecht auf einen Platz im CD-Regal wohl erstritten.
Seine Musik ist von einem geradlinigen Schwung, der auch klar macht,
warum dieser Komponist in seiner besten Zeit einer der meist gespielten Musiker war -
am Hof des niederländischen Königs. (uli)

Quelle: Südkurier, 03. 01. 2005
© 2005 PMG Presse-Monitor Deutschland GmbH & Co. KG
Zwei Gattungen - zwei Kaliber: ,J.W. Wilms

Kennen Sie Johann Wilhelm Wilms? - Nein, noch nie gehört!
Ja, selbst unter den Besten der musikgeschichtlichen Zunft dürften sich viele finden, die sich dieses Nichtkennen oder Nichtwissen eingestehen müssen. Entschuldigend wird dann hier und da eingewandt, dass das ja nicht so schlimm sei, denn sehr wahrscheinlich handele es sich ja doch nur um eine der gerade so modernen und beliebten Kleinmeisterexhumierungen.

Also schnell die musikwissenschaftliche Gruft wieder schließen und ein „Ruhe sanft" hinterher? „Nein!" wird der ausrufen, der erst einmal in die jetzt wieder zugänglich gemachte ­ Musik hineingehört hat.
Aber wer zum Himmel war denn nun dieser Johann Wilhelm Wllms? Der Komponist Wilms wurde 1772 im verschlafenen bergischen Land geboren. Sein Vater, Lehrer und Organist, brachte ihm das Klavierspielen bei und gab ihm das musikthematische Rüstzeug mit auf den Weg.
Und Wege beschritt der junge Wilms gerne. Eine „Vergnügungsreise" trieb ihn 1791 nach Amsterdam. Von dort aus schickte er kurzer­hand an seinen Vater, dass er in dieser Stadt bleiben wolle. Was aber war es, was Wllms an diesem Amsterdam so faszinierte?
Die Patina des goldenen Zeitalters war 1791 schön arg verblasst, und die Niederlande hatten viel von ihrer politisch ­ ökonomischen Stellung eingebüßt. Doch Amsterdam war immer noch ein Zentrum des Musiklebens, ein Zentrum, das eben nicht von altern­dem Adel und hochneurotischen Hofschranzen bestimmt wurde, sondern von einem - im Gegensatz zum übrigen Europa schon etablierten - Bürgertum. Und so war Wilms schon alsbald ein gefragter Pianist in Salons.

... Von ganz anderem Kaliber sind dagegen Wilms große, späte Sinfonien.
Nicht nur, dass er hier seine Meisterschaft seines kompositorischen Wirkens unter Beweis gesteht hat, sondern sie sind auch im musikalischen Ausdruck von besonderem Charakter. Sicher, man hört den späten Haydn mit seinem Sturm - und Drang, man hört etwas Mozart, und auch etwas Beethoven. Da die Symphonien um 1810 entstanden, könnte man ihren deswegen Epigonentum vorwerfen. Doch weit gefehlt! Wllms stellt vielmehr ein spannungs- und farbenreiches Konzentrat aus kontrapunktischer Tradition, neu etablierter Sonatenform und einem unverkenn­bar frühromantischen Tonfall her, das in seiner Dichte den Höhrer ungemein fesselt. Fesselnd ist in dieser Hinsicht auch die neue Einspielung dieser späten Sinfonien durch „Concerto Köln", die gerade bei der Archiv Produktion erschienen ist. Drahtig und energisch geht das Ensemble zur Sache mit einem Hang zur völligen Durchhörbarkeit der Tektonik. Sicherlich hat seine sinfonische Musik etwas Retrospektives an sich. Gleichzeitig ist ihr ein rumorend - revolutionärer Tonfall zueigen, ein Tonfall, der freilich kein Banner vor sich her trägt, sondern im Untergrund wühlt.
Hier aber liegt der Kern der späten Sinfonien von Wilms: Sie spiegeln einen Zeitgeist wider, ohne ihm sich anzupassen. Welche Bedeutung aber hat Johann Wilhelm Wilms heute?
Er gehört zu den wichtigen „Transit" ­ Komponisten des 19. Jahrhunderts.
Er gehört zu den Persönlichkeiten, welche die Tradition des kulturellen Transfers zwischen dem Rheinland und den Niederlanden aus früheren Zeiten fortsetzte und um eine wichtige Note bereichert hat. Außer­dem steht er wie kaum ein anderer als Bindeglied für die fließenden Übergänge zwischen Klassik und Romanti. Für die Stadt Amsterdam war er als Musikpädagoge, Komponist und Interpret ein wichtiger Wegbereiter des bürgerlichen Musiklebens, dessen Blüte sich allerdings dann erst Ende des 19, Jahrhunderts voll entfalten konnte.
Alles das ist Grund genug seine Musik zu entdecken und zu hören.
Also: Johann Wilhelm Wilms? Ja, den sollte man gehört haben! (Marcell Feldberg)

Quelle: Fermate, Heft 23/4 (2004)
  `Wien Neerlands bloed door d'aadren vloeit', ons altematieve volkslied uit 1816, werd
gecomponeerd door Johann Wilhelm Wilms (1772-1847), een Neerlander wien Duitsch bloed door d'aadren vloei­de. Dat iemand van `vreemde' herkomst het schreef, mag niet verbazen: Neder­land heeft wel meer componisten geher­bergd wier inburgering succesvol verliep (Locatelli, Fodor, Röntgen).
De in Witzhelden (bij Solingen) geboren Wilms vestigde zich als negentienjarige in Am­sterdam en grceide al snel in de rol van vooraanstaand musicus.
Hij was een goed fluitist en pianist en vervulde aller­lei bestuursfuncties in het Amsterdamse muziekleven. Dankzij Arthur Schoonderwoerd (NM Classics) kennen we van hem een aantal pianocomposities. Uit veel ervan spreekt een overgangsidioom: er zit wat Haydn in, wat Beethoven, wat vroeg-Romantiek.
In zijn zeven symfo­nieen speelde Wilms zijn hoogste troe­ven uit. In de befaamde lp - doos van het Residentie Orkest ("300 jaar Nederlandse muziek deel 2", later op Olympia-cd's gezet) bevindt zich nummer 4 in c uit 1806. Dankzij het toen nog onbezorgde Radio Symfonie Orkest leerden we ook zijn nummer 6 in d uit 1820 kennen. Ernest Bour leidde de mooie en levendige uitvoeringen die de belangstelling voor de vergeten Wilms tijdelijk wat aanwak­kerden.
De geschiedenis van de symfo­nieen is nauwgezet gedocumenteerd door Ernst A. Klusen (LW. Wilms und das Amsterdamer Musikleben, Buren 1975), die bij deze cd-uitgave de linemotes verzorgde. De uitvceringen door het Keulse ensemble zijn anders dan wat ik me van Bour herinnec Het gebruik van period instruments verleent de muziek wat min­der warmte, maar daar tegenover staan een aanstekelijk enthousiasme en een grote zorg voor detaillering en frasering. We horen de laatste twee (men zegt beste) symfonieen van een ge'tnspireerde componist die gebruik maakte van het idioom van zijn tijd. Een heel verrassend eigen geluid liet hij niet boten, maar wel had hij een melodische gave die iets tce­vcegde aan zijn onmiskenbare vakman­schap: het langzame deel van de Zesde bijvoorbeeld is een wonder van arcadi­sehe rust. En in het openingsdeel van de voor het eerst klinkende, dramatische Zevende van omstreeks 1832 blijkt de geest van de revolutie vaardig over de zestigjarige Wilms. Deze symfonieen van - toch wel - eigen bodem mogen zeker gehoord worden. Symfonie nr.2 is spoorloos, maar ik hoop dat Werner Ehrhardt de kans krijgt om door te gaan met Wilms' overige vier. (Gerard Scheltens)

Quelle: Luister (Hoogland), 01.09.2004
The German - born Dutch composer Johann Wilhelm Wilms was a contemporary of Beethoven, as one appreciates from his final two symphonies.
He settled in Amsterdam when still in his teens, and became a key figure in Dutch music ­ making up to his death in 1847.
Wilms's first four symphonies reflect Haydn, but by the time he wrote his D minor Symphony, no 6, in 1821, he had adopted a weightier style with prominent timpani and elaborate writing for horn, clean - cut themes and powerfully syncopated rhythms.
The result echoes early Beethoven, as does his C minor Symphony, no 7, with hints of romanticism to come in storm-like writing. Sadly in 1836, when it was first perfonued, it failed to please either the traditionalists or the romantic avant garde. The score was lost until Werner Ehrhardt and Concerto Köln resurrected the piece two years ago. (EG)

3 von 5 Sternen

Quelle: Guardian (England), 20.08.2004
  Hands up, those of you who have heard any music by this composer.
Anyone heard of him at all? No, 1 thought not; and neither had 1, before receiving this striking and highly enjoyable disc.
Johann Wilhelm Wilms (1772-1847) was a German who made his home in Amsterdam, where he was a pianist, organist, orchestral flautist and teacher.
His Sixth Symphony won a prize in Ghent in 1820, and was published by Breitkopf &Härtel; the Seventh dates from the early 1830s, but wasn't performed in its entirety until Concerto Köln disinterred it in 2002.
The loss has been ours; and if 1 say that these are the works of a man who knew the music of his more famous contemporaries, that is not meant as an adverse criticism.
The Adagio opening to No 6 starts with a solemn unison statement in the manner of Haydn's London Symphony: Wilms develops this sequentially before leading into an Allegro exposition that contrasts the fierce opening with a gentle theme on the woodwind and a closing passage led by the solo horn.
The muscular vigour of the movement recalls the tread of Mozart's Commendatore, and there is little relaxation in the Scherzo and the Rondo finale, despite a turn to the major.
The second movement, a flowing Andante quasi allegretto in triple time, provides welcome balm. No 7 is even finer.
There's another solemn opening, Andante and piano, followed by a fugato, and the Allegro begins with a unison figure that is combined later with the second subject.
The rest of the symphony, the spirit of Beethoven looming large, is equally satisfying.
The playing of Concerto Köln is first-class, and their advocacy should do wonders for the reputation of this unknown master. (Richard Lawrence)

Quelle: Gramophone (London), 01.09.2004
I've always hated the word Keinmeister-it strikes me that the mitteleuropäisch
intellectuals who (usually) use it need to ask their shrinks exactly why they're so threatened by 'second-rank' composers. Concerto Köln can't have much truck with it, either, or it wouldn't have spent the last 19 years enriching us wich Brunetti, Kraus, Rosetti, Vanhal - and, now, another winner. More sessions, Sigmund!
Born two years after Beethoven and not far from Bonn, Johann Wilhelm Wilms emigrated to Amsterdam in 1791 and died there half a century later. Early acclaim spurred a spurt of four symphonies before Beethoven's First; but Wilms's success soon saw him almost running Amsterdam's music, so composition suffered. The revolutions of the 1830s left his fellow-burgers with little taste for the new and his last, Seventh Symphony was almost lost.
Wish there was more Mendelssohn or Berwald to go round? Weil, Wilms combines the boy wonder's songful symphonism with the Swedish chemisi s foible for formulae and sequences: densely worked out motifs form a firm matrix for melodic upwellings and Beethovenian bluts. Neither symphony remotely outstays its half­hour, gripping and uplifting by turns in these idiomatic performances, the band's grainy period instruments superbly recorded. Concerto Köln's mission, to give us 'thick' music history, makes obsession with masterpieces seem very small­minded. (Nick Morgan)

Sound: 4 Sterne, Performance: 4 Sterne

Quelle: BC Music Magazine (London), 01.10.2004