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Ehrenmitgliedschaft für Willem Noske


Willem Noske

  Sogar Niederländer haben in der Schule gelernt, dass es einst auch in Deutschland einen Noske gab:
den Politiker Gustav Noske, den Sozialdemokraten in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Nicht über den Noske darf ich jetzt etwas erzählen, sondern über den niederländischen Violinisten und Sammler Willem Noske (und Willem ist natürlich das niederländische Äquivalent für Wilhelm).
Und das ist mir auch ein Vergnügen, denn Willem Noske war nach dem Zweiten Weltkrieg nicht nur der Erste, der die Musikwelt auf den fast völlig vergessenen Johann Wilhelm Wilms aufmerksam machte,
sondern auch der Erste, der Wilms' Kompositionenöfter hat aufführen lassen.
Er war der alleinige Vorläufer der Internationalen Johann Wilhelm Wilms Gesellschaft.

Willem Noske war ein Sohn eines niederländischen Musikverlegers, der viel niederländische Musik herausgegeben hat. Der Musikwissenschaftler Frits Noske war der Bruder WilIems.

Willem Noske (1918-1995) war schon mit zwölf Jahren Violinsolist.
Neben seiner solistischen Karriere war er Konzertmeister verschiedener niederländischer Orchester (zuletzt des Residentie Orkest in Den Haag) und Mitglied einiger von ihm gegründeter Kammermusikensembles.
Des Öfteren konnte er seine Orchester und Ensembles überreden, von ihm entdeckte in den Niederlanden komponierte Musik (zum Beispiel von Wilms) zu spielen.
Denn er war ein überaus wichtiger Musiksammler (er sammelte Autographe und Erstausgaben)
und ein Patriot.
Er erkannte, dass zum Beispiel in der deutschen oder französischen Musikgeschichte ein bis zwei
Prozent der überlieferten Kompositionen große Meisterwerke sind und meinte, dass das auch in der niederländischen Musikgeschichte der Fall ist.
Um die in den Niederlanden komponierten Meisterwerke zu entdecken, spielte er zu Hause mit
Kollegen die gesamte von ihm aufgespürte Musik, gab Werturteile und führte in Konzerten die seiner Meinung nach besten Kompositionen auf.
Infolge dieser Arbeit konnte Holland wieder Symphonien und Kammermusik von Wilms kennen lernen.

Willem Noske starb im Jahr 1995.
Er hinterließ zwei enorme Sammlungen, einerseits niederländische Kompositionen
(Musica Neerlandica) und andererseits internationale Violinmusik (Casa del Violino).
Diese Sammlungen enthalten 80.000 Dokumente und befinden sich jetzt in der Königlichen Bibliothek in Den Haag. Willem Noske war nicht nur ein liebenswerter Mensch, sondern auch ein leidenschaftlicher Idealist.
Er war fähig, jedermann mitzureißen.
Als unser Vorsitzender und ich in unserer Studienzeit uns gemeinschaftlich der Person Wilms
widmeten, war Noske, den wir persönlich kannten, uns ein eindrucksvolles Vorbild.
Seine Uneigennützigkeit, seine Hingabe hatten eine inspirierende Wirkung.
Deshalb plädiere ich voller Überzeugung dafür, ihm posthum die Ehrenmitgliedschaft zu verleihen.