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Erstes Tauftagskonzert für Johann Wilhelm Wilms

 

Gefühle bei der Hand nehmen
Lieder und Gesänge von Wilms, Beethoven, Schubert, Schumann und Anderen
Noch ist Wilms eine unbekannte Größe.

Hier und da regt sich erfreuliches Interesse an seinem Instrumentalwerk.
Das Unbekannteste vom großen Unbekannten bleibt aber die Vokalmusik.
Dabei war es ein Lied, das den Namen Wilms einst populär gemacht hat.

Ein erster Ausflug in die vielgestaltige Welt der Lieder und Gesänge des
Johann Wilhelm Wilms (1772-1847) führt uns auf seltsam normal verschlungenen
Pfaden zur Annäherung an die Wirklichkeit des Komponisten und beschert die
Begegnung mit engagierten Künstlern aus dem Camp der jungen Hochbegabten
an der Kölner Musikhochschule.

Das Beste vom Besten für das Unbekannteste vom Unbekannten
Termin:

Ort:

Preise:

Karten:

Künstler:





Sonntag, 30. März 2003, 17 Uhr

Evangelische Kirche Witzhelden

10 €, ermäßigt 5 €. Kinder und Musikschüler frei.

unter 02 21 / 9 42 04 30 und an der Abendkasse

Christiane Linke
Raminta Bate
Philipp Hoferichter
Timm de Jong
Josef Goergen
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  >> Routenplaner
Rezensionen
„Tauftagskonzert“ - An Wilms erinnert

Einen Tauftag feiert man gewöhnlich mit Essen und Trinken bei Gesprächen.
Dazu lud auch Ernst A. Klusen die Konzertbesucher zum Schluss ein.
Doch zunächst stand ein erstes „Tauftagskonzert“, dem wohl in Zukunft weitere folgen sollen, für Wiltzheldens berühmtesten Sohn auf dem Programm. Aufgeführt in der Kirche in der der 1772 geborene Johann Wilhelm Wilms selbst seine ersten musikalischen Auftritte gehabt hat, bevor er sich als Musiker und Komponist in Amsterdam niederließ, wo er 1847 verstarb. Was sich zwischen diesen Lebensdaten ereignete, ist erst zum Teil bekannt. Das erklärte Wilms-Forscher Klusen, der das „Tauftagskonzert“ zu einer Vorlesung mit musikalischen Beispielen machte.

Allgemeines Schmunzeln

Im Laufe der Zeit würden sich die Wissenslücken füllen, da ist er sich sicher.
Für das erste Tauftagskonzert hatte er ein übersichtliches Kapitel gewählt. Vokalmusik spielt im Schaffen des Komponisten eine eher untergeordnete Rolle.
Obwohl gerade die ihm zu besonderen Ruhm verhalf. Denn Wilms ist Schöpfer der niederländischen Nationalhymne des 19. Jahrhunderts. Und die war selbstverständlich auch im Zentrum des Kirchenkonzertes zu hören im vierstimmigen A-Cappella-Satz und Brustton patriotischer Überzeugung. Vier junge Gesangssolisten, am Klavier von ihrem Mentor Josef Goergen eingestimmt, waren sich bei der Interpretation einig und erzielten damit die beabsichtigte Wirkung in Publikum:
allgemeines Schmunzeln.
Wilms pflegte unter anderem die Gattung der Gesellschaftslieder, von denen Sopranistin Christiane Linke, Mezzosopranistin Raminta Bate, Tenor Philipp Hoferichter und Bass Timm de Jong einzelne Kostproben gaben. Aber Johann Wilhelm Wilms’ Schaffen ist selbstverständlich auch im Zusammenhang mit den berühmten Kollegen seiner Zeit zu sehen.
Da schlug Klusen in seinen Erläuterungen die entsprechenden Brücken, die sofort durch live-Gesang, solistisch oder im Ensemble belegt wurden. Beispielsweise Beckers Text „Sie sollen ihn nicht haben, den freien deutschen Rhein...“, der als absoluter Hit des frühen 19. Jahrhunderts gleich hundertfach vertont wurde, war auch hier zu hören.
In vier verschiedenen Ausführungen, unter anderem der romantisierenden Fassung von Schumann und der geradezu trutzigen Variante von Wilms, erlebten sie die Zuhörer im Vergleich. (mkl)

Quelle: Rheinische Post, 01.04.2003
  Einen großen Sohn der Stadt geehrt

Johann Wilhelm Wilms zu Ehren gab es an dessen Tauftag in der Evangelischen Kirche ein Konzert.

„Tauftagkonzert" sei möglicherweise ein komisches Wort, bemerkte der Bonner
Musikwissenschaftler Ernst Klusen.
Aber das am 30. März vor 231 Jahren stattgefundene Ereignis biete eine gute Gelegenheit, das musikalische Schaffen des 1772 in Witzhelden geborenen Komponisten Johann Wilhelm Wilms in seiner Heimatstadt Revue passieren zu lassen.
Zumal sicher sei, dass der bedeutendste Musikschaffende des Bergischen Landes in der Evangelischen Kirche des Ortes mit Sicherheit in seinen frühen Jahren höchstselbst gespielt habe.
Der Vorsitzende der Internationalen Johann Wilhelm Wilms Gesellschaft führte erläuternd durch ein abwechslungsreiches Programm, das rund 50 interessierten Liebhabern klassischer Musik die Vielseitigkeit des Gesamtwerks des 1791 nach Amsterdam ausgewanderten und 1847 dort gestorbenen Komponisten chronologisch dokumentierte. In Zusammenarbeit mit dem Kulturamt der Stadt Leichlingen und dem Verkehrs- und Verschönerungsverein Witzhelden wurden Wilms' Lieder und Gesänge von vier jungen Absolventen der Kölner Musikhochschule zu Gehör gebracht.
Sie wurden am Flügel begleitet von ihrem Professor Josef Goergen, Leiter der Abteilung Musiktheater an der Staatlichen Hochschule für Musik in Köln.
Der seinerzeit in den Niederlanden und in Frankreich sehr populäre, in Deutschland etwas in Vergessenheit geratene Johann Wilhelm Wilms schrieb sieben Sinfonien, fünf Klavier- und mehrere Solokonzerte für verschiedene Instrumente sowie zahlreiche Orchesterwerke unterschiedlicher Art. Seine Kammermusik umfasst Trios, Quartette und Sonaten für Klavier, Flöte und Streicher.
Darüber hinaus schuf er zahlreiche Vokalkompositionen.
Vokalsolisten des Tauftagskonzerts waren die Sopranistin Christiane Linke, die Mezzosopranistin Ramina Bate, der Tenor Philipp Hoferichter und der Bassist Timm de Jong.
Die Hochschulabsolventen boten eine herausragende Leistung. Ihrem sehr engagierten Vortrag war anzumerken, wie viel Spaß ihnen die Interpretation Wilmsschen Liedguts machte.
Zudem bestachen vor allem die beiden Sopranistinnen durch eine außergewöhnliche Ausstrahlung. (Bernd Neumann)

Quelle: Kölner Stadt-Anzeiger, 01.04.2003
  Wiederentdeckt - Lieder und Gesänge von Johann Wilhelm Wilms

Sehr setzt sich die Johann Wilhelm Wilms Gesellschaft dafür ein, den Witzheldener Komponisten bekannter zu machen. Wilms wurde 1772 in Witzhelden geboren, zog 1791 nach Amsterdam und
lebte bis zu seinem Tod 1847 dort. Unbekannt in Deutschland, ist sein Name in Holland geläufiger - vertonte er doch seinerzeit den Text „Wien Neêrlandsch bloed in de adren vloeit" zur holländischen Nationalhymne.
Zur Erinnerung an Wilms' Taufe in der evangelischen Kirche in Witzhelden wurde jetzt dort ein
Konzert ausgerichtet. Zwei Sängerinnen und zwei Sänger von der Kölner Musikhochschule boten
den zahlreichen Zuhörern, begleitet von Pianist Josef Goergen, einen guten Einblick in das kompositorische Schaffen von Wilms.
Der nutzte seine kreativen Stärken zwar eigentlich nicht für Vokalkompositionen, sondern
vorwiegend für Instrumentalstücke.
Trotzdem beeindruckten sowohl die schlichten, volkstümlichen „Gezelschaps- Liedere op. 42"
ebenso wie seine „Drei Geistlichen Gesänge".
Abwechslungsreich ließen sich Sopranistin Christiane Linke, Mezzosopranistin Raminta Bate,
Tenor Phillip Hoferichter und Bassist Timm de Jong sowohl solistisch als auch vierstimmig auf die teils sehr romantische, teils fast kecke Gefühlswelt der Kompositionen von Johann Wilhelm Wilms ein.
Höhepunkt: Die a-cappella Hymne "Wien Neerlandsch bloed". Besonders entfalteten sich die Sängerinnen und Sänger in Liedern von Franz Schubert. Timm de Jong sehr emotional in
„Der Wanderer", Christiane Linke in „Ganymed" und Phillip Hoferichter in "Ungeduld". (cba)

Quelle: Solinger Tageblatt, 01.04.2003