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12. Tauftagskonzert für Johann Wilhelm Wilms *
quasi una serenata

Unterschiedliche Musikstücke gleicher Besetzung, ausgestattet mit serenadentypischen Wesenszügen, lassen als Ganzes genommen den Eindruck einer Super-Serenade entstehen.
Was immer wir seit Mozarts Tagen mit dem Begriff verbinden, auf mannigfache Weise wird uns hier Genüge getan: Ständchenzauber und große Kammermusik, virtuoser Spielwitz und träumerisches Insichgekehrtsein, tänzerische Laune und kritische Selbstbefragung gehen wechselnde Verbindungen ein und formieren sich zu einer spannenden, etwa 240 Jahre europäischer Musikgeschichte durchstreifenden Instrumentalsuite, die immer wieder auch Vorstellungen von Freiluftmusik in wechselnden Tageszeiten und Lichtstimmungen hervorzurufen versteht.

Den Rahmen des Programms bilden zwei Wilms-Uraufführungen: Sonaten für Flöte und Klavier, vom Wilms-Kenner Hans Stähli  derart souverän in Flötenquartette verwandelt, dass man glauben möchte, er habe diese Musik nur ihrer eigentlichen Bestimmung zugeführt.

Vom Neoklassizisten Jean Francaix,  dem noch blutjungen Meister einer „musique pour faire plaisir“, hören wir das Streichtrio aus dem Jahre 1933, eine Musik, die in vier sehr kurzen Sätzen den Zeitläuften Schnippchen schlagend davon eilt.

Bei  Wolfgang-Andreas Schultz dagegen scheint die Zeit vorderhand zu stehen, wahrnehmbar nur als silbrig neblichter Schimmer.
Beruhend auf einer vertrauten Konstellation, die Ausgangspunkt für mancherlei herkömmlich gedachte Serenaden sein könnte – ein Mensch musiziert am Abend im Freien – entwickelt sich das musikalische Geschehen in durchaus unerwarteter, singulärer Weise.
Beeinflusst vom Zen-Buddhismus und damit zusammenhängend von ostasiatischer Malerei inspiriert, erschafft der Komponist zunächst ein atmosphärisch reizvolles Bild meditativer Ruhe. Der (flötenspielende) Mensch mit sich und der (fernöstlichen) Natur, der glatten Oberfläche eines Sees, im Einklang – so scheint es. Doch der See lächelt nicht, geschweige denn, dass er zum Bade lüde; Erinnerungen steigen aus seinen Tiefen auf, Erinnerungen, denen sich der Mensch nicht stellen will, von deren Übermacht er jedoch zur Auseinandersetzung  gezwungen wird.
Am Ende dieser dramatischen Vorgänge führt die Bereitschaft des Protagonisten das bislang Verdrängte als Teil seines Selbst anzuerkennen, zu jener Ruhe, jenem „Leerwerden“,  das  - in des Komponisten eigenen Worten – „Ziel der buddhistischen Meditation ist.“

Ganz ohne programmatischen Anspruch, doch deshalb nicht anspruchslos, macht Wilms schließlich wieder deutlich, wie meisterhaft er es versteht, auch in jenen Werken, die als Tagesware für den Hausgebrauch bei ihm geordert wurden, Musik zu schreiben, die uns Anlass und Zeit ihrer Entstehung vergessen lässt und auch heute durch Phantasie und Können, durch Geist und Gefühl Ausführende wie Zuhörer gleichermaßen entzückt.

N.B. Im Entr’acte nach dem Mozart Quartett gibt Wolfgang-Andreas Schultz eine Einführung in seine Bilder auf dem Grund des Sees.

Inzwischen ist eine Aufnahme dieses Werks mit dem Ensemble Obligat beim Label ES DUR erschienen. Die CD enthält weitere Kompositionen von Schultz: Japanische Nebellandschaft für Flöte solo (2003), gespielt von Imme-Jeanne Klett und  den Live-Mitschnitt des 3. Streichquartetts (2004/2005) mit dem Amaryllis Quartett (Japanische Landschaften – Werke von Wolfgang-Andreas Schultz, ES 2042)
 
 

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gefördert durch:

Sonntag, 30. März 2014, 17 Uhr

Evangelische Kirche Witzhelden
Am Markt
42799 Leichlingen

15 €, ermäßigt 7 €. Kinder und Musikschüler frei

unter 02 21 / 9 42 04 30 und an der Abendkasse


>>Ensemble Obligat Hamburg


Johann Wilhelm Wilms (1772-1847)

Sonate für Flöte und Klavier F-Dur op. 15, 2 (vor 1810)
als Flötenquartett bearbeitet von Hans Stähli (*1950)
Uraufführung der Quartettfassung

Jean Francaix (1912-1997)
Streichtrio (1933)

Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791)

Flötenquartett D-Dur KV 285 (1777)

Entr’acte
Der Komponist Wolfgang-Andreas Schultz gibt eine Einführung in sein Flötenquartett

Wolfgang-Andreas Schultz (*1948)

Bilder auf dem Grund des Sees für Flöte und Streichtrio (2009/2010)

Johann Wilhelm Wilms

Sonate für Flöte und Klavier A-Dur op. 15, 1 (vor 1810)
als Flötenquartett bearbeitet von Hans Stähli
Uraufführung der Quartettfassung




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