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Zweites Tauftagskonzert für Johann Wilhelm Wilms
A Quatre, A Deux, Adieu
Musik von Mozart, Wilms und Foretic
Berlin? Salzburg? Tokio? ...Witzhelden!

Ein Klavierduo der internationalen Spitzenklasse hat sich für
Wilms begeistert und gibt sein Debut mit ihm in Witzhelden.
Warum darf Mozart dabei nicht fehlen?

Kroatiens unberechenbarster Komponist lebt seit fast vierzig
Jahren in Köln. Wie ist ihm das bekommen?
In Witzhelden beantwortet er Fragen (die man so oder so
ähnlich auch Herrn Wilms gern gestellt hätte) und setzt sich
zwischen zwei Klaviere.

Ein Konzert voll musikalischer Entdeckungen, bei dem auch
dieses stimmt: Sie werden sich nie verzeihen es verpaßt zu haben.
Termin:

Ort:

Preise:

Karten:


Künstler:



Instrumente:



Musik:

















gefördert durch:
Sonntag, 28. März 2004, 17 Uhr

Evangelische Kirche Witzhelden

10 €, ermäßigt 5 €. Kinder und Musikschüler frei.

unter 02 21 / 9 42 04 30 und an der Abendkasse


>> Hans-Peter und Volker Stenzl
>> Silvio Foretić


IBACH F-IV 240-TH „Richard Wagner“, Baujahr 1998
IBACH F-III 215-TH „Richard Strauss“, Baujahr 2004


Johann Wilhelm Wilms
Sonate à quatre mains pour Pianoforte
B-Dur, op. 41, Erstdruck: Leipzig 1814
Allegro, Poco Adagio, Rondo Allegro

Silvio Foretić
Sonate nostalgique für einen Pianisten an zwei Klavieren
Komponiert: Köln 1974/75
Silvio Foretić an zwei Flügeln, einer davon präpariert

Wolfgang Amadeus Mozart
Grande Sonate à quatre mains, sur un clavecin ou pianoforte
W. A. Mozart, Verzeichnüß aller meiner Werke:
„Eine Klavier Sonate auf 4 Hände“. F-Dur, KV 497
Vollendet: Wien, 1. Aug. 1786. Erstdruck: Wien 1787
Adagio. Allegro di molto, Andante, Allegro




>> Programmheft (566 KB)
  >> Routenplaner
Rezensionen
Duo von der Einheit beflügelt

Atmosphärisch dicht und interessant erläutert: Das Tauftagskonzert zum Gedächtnis an Johann Wilhelm Wilms (1772-1847) war ein besonderer Genuss.

„So was auf dem Lande!“, staunte da eine begeisterte Zuhörerin, die am Sonntag gegen 19 Uhr
nach einem gut zweistündigen Tauftagskonzert in Erinnerung an Johann Wilhelm Wilms (1772-1847) aus der evangelischen Kirche in Witzhelden trat. Ein sorgfältig aufeinander abgestimmtes Programm mit drei außergewöhnlichen Künstlern war nun zum zweiten Male von der Internationale Johann Wilhelm Wilms Gesellschaft in seinem Geburtsort Witzhelden auf die Beine gestellt worden.
Nicht nur die Anzahl der Zuschauer hatte sich dabei verdoppelt: „Beim ersten Mal hatten wir einen Flügel“, bemerkte der Vorsitzende Ernst A. Klusen mit Blick auf den inzwischen zweiten und nahm die Gäste in seiner Einleitung mit auf eine Zeitreise ins 18. Jahrhundert, als das Dorfleben noch enger war und die Intimität des Zusammenlebens im alten Witzheldener Schulhaus, Wilms Elternhaus,
auch Einfluss auf das Musizieren am Klavichord hatte.
„Die große Geste und das theatralische Auftrumpfen sind ihm fremd“, beschreibt Klusen den Stil des Komponisten, der ab 1791 in Amsterdam große Erfolge feierte. Sieben Sinfonien, fünf Klavierkonzerte, Kammermusik und Solokonzerte umfasst das damals populäre Œuvre des Witzheldeners.
Die „Sonate à quatre mains pour Pianoforte“ wurde von dem erfolgreichen Klavierduo Hans-Peter und Volker Stenzl mitreißend dargeboten. Eng nebeneinander sitzend, vereinten sich die beiden zu einem Wesen, das wie mit einem Atem agierte. Wie sonst auch spielten sie das dreiteilige beschwingte Werk auswendig und ernteten donnernden Applaus.
Nachdem man die beiden Flügel zusammengerückt hatte, nahm Silvio Foretić zwischen ihnen Platz um seine „Sonate nostalgique“(1974/75) zu inszenieren. Das Werk des damals werdenden Vaters spiegelt zwei Seiten seiner Persönlichkeit wider und verarbeitet „uralte Melodien“, wie Foretić erläuterte mit dem engsten Sinn von Sonate („klingen, tönen“), wenn der Künstler zum Beispiel nicht nur in die Tasten sondern auch in den Klangkörper des Flügels greift. Der als Avantgardist bekannte Kroate nahm die Zuhörer gefangen, bis das Stück mit einem leisen Ton, wie beim Öffnen einer Türe, abbrach. „So etwas habe ich noch nie gehört“, bemerkte eine Dame, die sich aber dem allgemeinen Applaus anschloss.
Zum Abschluss gaben die Stenzl Brüder die „Grande Sonate à quatre mains“ von Wolfgang Amadeus Mozart, die den Bogen zu Wilms zog, der ein Verehrer Mozarts war.
Ein äußerst gelungenes Konzert, das seinen besonderen Reiz durch die Atmosphäre des „Alten vom Berg“ erhielt und durch das kluge Arrangement, das Vergangenheit und Gegenwart in einen spannenden Dialog setzte und dem Publikum die Werke durch die interessanten Erläuterungen der Künstler und des Vorsitzenden Klusen nahe bringen konnte.

Bravo! (Susanne Gippert)

Quelle: Westdeutsche Zeitung (Bergischer Volksbote), 30.03.2004
Hochkarätiges an zwei Flügeln

Ungewöhnlich und gelungen: Zweites „Tauftagskonzert“ für den Komponisten Johann Wilhelm Wilms begeisterte.

Das wird über 100 Zuhörern in schöner Erinnerung bleiben:
Zum zweiten „Tauftagskonzert“ des 1772 in Witzhelden geborenen Komponisten hatte die Internationale Johann-Wilhelm-Wilms-Stiftung in die evangelische Kirche Witzhelden eingeladen.
Und mit dem international renommierten Klavierduo Hans-Peter und Volker Stenzl und dem in Köln lebenden kroatischen Pianisten und Komponisten Silvio Foretić hatte die Gesellschaft hochkarätige Musiker gewinnen können, die für einen außergewöhnlichen Spannungsbogen sorgten.
Dabei wohnte das Publikum einer doppelten Premiere bei. Denn erstmals seit vielen Jahrzehnten wurde Wilms Sonate B-Dur, op. 41, für vier Hände wieder in einem Konzert aufgeführt und erstmals interpretierten die Stenzlbrüder überhaupt ein Werk des bereits 1791 nach Amsterdam ausgewanderten, wohl berühmtesten, Sohn des Höhendorfs.
Und das taten die Pianisten mit viel Leidenschaft und technischer Brillanz.
Wie immer spielten sie ohne Notenblatt auswendig. Nach lebhaftem ersten Satz mit vereinzelten Träumereien, die im zweiten langsamen Satz wieder aufgenommen wurden, folgte der verspielte
und am Ende furiose dritte Satz. Ein Feuerwerk, inszeniert von vier Händen, riss die Zuhörer zu begeistertem Beifall hin.
Schwere Kost servierte Silvio Foretić dem Publikum. Seine „Sonate nostalgique“ trug er an zwei Flügeln vor, von denen er einen so präpariert hatte, dass Dissonanzen das warme Klangbild überlagerten. Die Linien der klassischen Satzstruktur von Sonaten verlassend, spielte er mal verschleppt, mal rasant das Tempo steigernd, griff in die Saiten, zupfte und zerrte daran, pfiff dazwischen und stampfte mit den Füßen.
Die anfangs etwas irritierten Zuhörer folgten immer interessierter und waren nach einem
fulminanten Ende erstaunt – und begeistert.
Den Schlusspunkt setzten Hans-Peter und Volker Stenzl. Mit ihrer Interpretation von Mozarts Klaviersonate für vier Hände in F-Dur, KV 497, demonstrierten sie eindrucksvoll die Nähe Wilms
zu seinem großen österreichischen Vorbild.

Ein gelungener Abend! (VoJ)

Quelle: Solinger Tageblatt, 30.03.2004

Im Dialog mit zwei Klavieren

Das zweite Tauftagskonzert für Johann Wilhelm Wilms
fand in der evangelischen Kirche in Witzhelden statt.

Unterschiedlicher hätten die Musiker nicht gewählt sein können.
Anlässlich der 232. Wiederkehr der Taufe des Witzheldener Komponisten Johann Wilhelm Wilms (1772-1847) hatte die Internationale Wilms Gesellschaft die Brüder Hans-Peter und Volker Stenzl sowie den in Kroatien geborenen und in Köln lebenden Silvio Foretić eingeladen.
Die renommierten Brüder, die bereits rund um den Globus aufgetreten sind, eröffneten das Konzert mit Wilms’ „Sonate à quatre mains pour Pianoforte“.
Während sich das Klavierduo also zu zweit einen Flügel teilte, nahm Foretić anschließend alleine
an zwei Tastaturen Platz. Und wer nicht wusste, was ihn da erwartete, der schaute nach den
gefälligen Harmonien, die das Duo eben noch an seiner Stelle produzierte plötzlich verwirrt zu
seinem Nachbarn oder blätterte hilflos im Programm.
Dieser so harmlos aussehende Mitt-Sechziger entpuppte sich als virtuoser Avantgardist.
Auf eine Melodie wartete man in seiner Komposition aus den siebziger Jahren vergeblich, vielmehr umtreibt Foretić in seiner „Sonate nostalgique“ das experimentelle Spiel mir Klangintensitäten und Tempi, ab und zu klingen scheinbar bekannte Motive an, aber bevor sich eine Melodie entwickeln kann, greift er beherzt in die Klaviersaiten und reißt das Klangbild erneut auf.
Dann beginnt er zu pfeifen, der zweite präparierte Flügel dient der weiteren Entfremdung von klassischer Musik.
Der Vertreter der Neuen Musik, der Stücke wie „Merde de siècle“ komponiert hat, wurde für seine außergewöhnliche Virtuosität mit großem Applaus bedacht, erst recht nachdem er im Gespräch mit dem Vorsitzenden der Wilms-Gesellschaft, Ernst A. Klusen, sein Verständnis von Musik dargelegt hatte.
Die eher konservativen Vertreter im Publikum waren froh, als sich für das dritte Stück erneut die
Brüder Stenzl an ihren Flügel setzten.
Sie spielten Mozarts Sonate in F-Dur von 1786, von der sich Wilms erwiesenermaßen für seine Sonate B-Dur von 1814 hat beeinflussen lassen.
Um ihre Beweisführung zu unterstreichen, spielten sie abschließend auch den letzen Satz aus der Sonate von Wilms und sorgten so für einen runden Abschluss des Tauftagskonzerts.
Die rund 100 Zuhörer spendeten allen Beteiligten begeisterten Applaus. (san)

Quelle: Kölner Stadt-Anzeiger, 30.03.2004

  Tauftagskonzert von Johann Wilhelm Wilms - 20 Finger erzählten sich Geschichten

Eigentlich war es gleich eine doppelte Weltpremiere, die die Zuschauer in der evangelischen
Kirche in Witzhelden am Sonntag erleben durften.
Im Rahmen des Zweiten Tauftagskonzertes von Johann Wilhelm Wilms präsentierten die
Brüder Hans-Peter und Volker Stenzl die Sonate B-Dur, op. 41 für Klavier zu vier Händen.
Zum ersten Mal wagten die beiden Spitzenpianisten sich damit an ein Wilms Stück heran,
welches wiederum seit Generationen nicht öffentlich aufgeführt worden war.

Virtuos leichtgängig

Die Internationale Johann Wilhelm Wilms Gesellschaft hat es sich zur Aufgabe gemacht,
den 1772 in Witzhelden geborenen Komponisten wieder bekannt zu machen.
Ein Anliegen, das besonders durch die Tauftagskonzerte forciert werden soll.
Mit den beiden Stenzlbrüdern hat Dr. Ernst A. Klusen, Vorsitzender der Internationalen
Johann Wilhelm Wilms Gesellschaft, genau den richtigen Griff getan.
Virtuos leichtgängig und doch kraftvoll und dynamisch präsentierten die beiden nicht nur Wilms, sondern auch die Sonate in F-Dur, KV 497 für Klavier zu vier Händen von Wolfgang Amadeus Mozart. Selbst ein Laie konnte sich vorstellen, wie viel Harmonie notwendig war um ein vierhändiges Stück
in so perfekter Art und Weise zu präsentieren. Die 20 Finger schienen sich gegenseitig Geschichten zu erzählen, um schließlich in einer Art Liebesgeflüster gemeinsam anzuklingen.

Sonate nostalgique

Dass es jedoch nicht immer zwei Leute braucht, um Musik an zwei Flügeln zu produzieren bewies schließlich der zeitgenössische kroatische Komponist Silvio Foretić.
Er präsentierte seine eigene Sonate nostalgique für einen Pianisten an zwei Klavieren.
Sicherlich war sie gewöhnungsbedürftiger als die harmonischen Klänge Wilms’ und Mozarts.
Umso wichtiger waren die Eindrücke, die die Zuschauer im anschließenden Gespräch zwischen Klusen und Foretić gewinnen konnten.
Erst vor dem Hintergrund seines bisherigen Lebens und der Entstehungsgeschichte seiner Sonate eröffnete sich diese, dem Zuhörer endgültig und schloss somit einen runden Bogen zwischen
Johann Wilhelm Wilms, der im Alter von 19 Jahren seine Heimat verließ und Silvio Foretić,
der ebenfalls in jungen Jahren die Herausforderung in der Fremde suchte. (cba)

Quelle: Rheinische Post, 30.03.2004