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Drittes Tauftagskonzert für Johann Wilhelm Wilms

 

Flauto, Flöte, Flûte en Fluit.
Wilms und die Flötenmusik in den Niederlanden
Bedeutender Komponist, außergewöhnlicher Pianist, versierter Flötist, erfahrener Pädagoge –
Johann Wilhelm Wilms (1772 - 1847) schien dazu berufen,
die vielgestaltige Flötenliteratur der Niederlande um herausragende Werke zu bereichern.

Seine Lebensdaten umspannen zudem genau die Zeit, in der sich die Entwicklung des Instruments vom barocken flauto traverso bis hin zum Prototyp der modernen Böhmflöte unserer Tage vollzog; einer Zeit, in der sich die sogenannte Wiener Klassik vollendete und mancher Hervorbringung der jungen Romantik bereits die Anerkennung des Unvergänglichen zuteil wurde.

Flötenkompositionen verschiedener Gattungen und Stilrichtungen von Wilms und seinen – hierzulande meist völlig unbekannten – Zeitgenossen und Nachfahren werden auf den jeweils “richtigen“ Instrumenten vorgestellt und zueinander in Beziehung gebracht.

Eine spannende und aufschlußreiche musikalische Soirée, die es so nur ein einziges Mal geben kann.

Typisch Tauftagskonzert.
Termin:

Ort:

Preise:

Karten:


Künstler:



gefördert durch:
Sonntag, 3. April 2005, 17 Uhr

Evangelische Kirche Witzhelden

10 €, ermäßigt 5 €. Kinder und Musikschüler frei

unter 02 21 / 9 42 04 30 und an der Abendkasse


>> Doretthe Janssens
>> Thomas Palm







>> Programmheft (940 KB)
  >> Routenplaner
Rezensionen
Witzheldens großer Sohn und sein Instrument

Doretthe Janssens, begleitet von Thomas Palm, faszinierte auf zahlreichen Instrumenten mit Flötenmusik von Wilms und anderen

Ehe der Witzheldener Johann Wilhelm Wilms (1772 - 1847) zum angesehensten Musiker und Komponisten seiner Zeit in den Niederlanden wurde, musste er sich in Amsterdam den Lebensunterhalt als zweiter Flötist in einem Orchester verdienen.
Kein Wunder, dass die Flöte in seinem kompositorischen Werk eine besondere Rolle spielt.
Am Ort seiner Taufe, der evangelischen Kirche Witzhelden, veranstaltete die Internationale Johann Wilhelm Wilms Gesellschaft nun zum dritten Mal ein Tauftagskonzert, moderiert von Dr. Ernst Klusen. Diesmal ging es um die Querflöte und ihre Musik.
Doretthe Janssens, die Solistin des Abends, hatte eine ganze Kollektion verschiedener Instrumente mitgebracht und spielte darauf Musik von der Barockzeit bis zur Moderne.
Für eine Tanzweise vom Beginn des 17. Jahrhunderts wählte sie ein Instrument der Zeit, das nur sechs Grifflöcher und keine Klappen aufwies.
Als Kontrast erklang gleich danach eine moderne, silberne Hightec-Flöte mit einem kontrastreichen Stück von Boehmer. Begleitet wurde sie am Flügel in hervorragender Weise von Thomas Palm.
Die Beiden boten einen Überblick über niederländische Flötenmusik in einer Zeitspanne von fast 400 Jahren.
Es war überaus reizvoll, die Klangcharaktere der verwendeten Flöten zu vergleichen.
Schwerpunkt des Programmes bildete natürlich die Musik von Wilms.
Es erklangen Ausschnitte aus seinen Flötensonaten und seine beiden Flötenkonzerte, wobei das Klavier das Orchester ersetzen musste.
Doretthe Janssens brachte die überaus ansprechenden Werke auf das Schönste zum Klingen und faszinierte durch ihre Vielseitigkeit. Die Zuhörer in der vollbesetzten Kirche spendeten langen, begeisterten Beifall. (KG)

Quelle: Solinger Tageblatt, 04.04.2005
Drittes Wilms-Konzert macht Appetit auf mehr

Flötenmusik in den Niederlanden, aus diesem Thema hätte man ein üppiges musikalisches Gelage speisen können, meinte Musikhistoriker Dr. Ernst A. Klusen.
Man habe sich allerdings nur auf einen Vorspeisenteller mit unterschiedlichsten Appetithäppchen von und rund um den Witzheldener Komponisten Johann Wilhelm Wilms beschränkt.
Dieser erste Gang allerdings, der anlässlich des Tauftages von Witzheldens berühmtem Täufling in der Evangelischen Kirche aufgetragen wurde, war äußerst reichhaltig und lieferte nicht nur ganz leicht Verdauliches, sondern durchaus nahrhafte Kost.
Zum dritten Mal, und damit nach rheinischer Gesetzmäßigkeit zum Brauchtum erhoben, fand das Tauftagskonzert der Johann Wilhelm Wilms Gesellschaft statt.
Und dieses Mal konzentrierte sich das Programm auf das Instrument Flöte.
Klusen gab zwischen den einzelnen Beiträgen viele Hintergrundinformationen, zeigte Parallelen oder Entwicklungen auf.
Aber das Konzert beschränkte sich nicht allein auf musikalische und musikhistorische Zusammenhänge, sondern erlaubte auch einen kleinen Einblick in die Geschichte des Instrumentenbaus, speziell der Travers- oder Querflöte.
Die niederländische Flötistin Doretthe Janssens ist Spezialistin auf diesem Gebiet, verfügt über eine stattliche Sammlung spielfähiger Instrumente aus vier Jahrhunderten beziehungsweise originalgetreue Nachbauten, von denen sie acht unterschiedliche zum Einsatz brachte.
Und sie machte auch deutlich, dass es dabei nicht nur um übertriebenen Hang zur Werktreue geht, sondern dass manches Stück erst dann überzeugt, wenn es auf dem entsprechenden Instrument gespielt wird.
Sie hat es am eigenen Leib erfahren, als sie das "Concertino pour la Flûte principale" von Wilms studierte, das aber überhaupt nicht klingen wollte.
Erst der Griff zur konischen Ringklappenflöte nach dem Boehm-Modell von 1832, die zur Entstehungszeit gebräuchlich war, überzeugte sie letztlich von der Komposition.
Den Orchesterpart markierte der Leichlinger Pianist Thomas Palm in diesem wie den meisten anderen Programmpunkten am Klavier.

Intime Begleitung

Nur zu Anfang gab es Flöte pur zur Einstimmung mit zwei Eckpfeilern von ganz alter und ganz neuer Musik, zwischen denen sich die folgenden zwei Stunden bewegten.
Bei dem Beispiel für das Generalbaß-Zeitalter, der Sonate von Hendrick Focking, griff Palm ausnahmsweise zum Cello.
Eine intime Begleitung, die einen geradezu eleganten Klang zauberte und sehr schön die
Gegenläufigkeit der musikalischen Linien deutlich machte.
Es war ein äußerst lehrreicher Abend, dank der ausgezeichneten Musik allerdings nicht trocken. Natürlich war auch das ein oder andere Brillierstückchen dabei, in dem die Flötistin ihre virtuosen Fähigkeiten ausleben durfte. (Monika Klein)

Quelle: Rheinische Post, 05.04.2005
Sohn der Stadt musikalisch geehrt

Der Witzheldener Komponist Johann Wilhelm Wilms machte in den 1790er Jahren Furore in den Niederlanden. Im Taufkonzert schlug man einen Bogen.

Man kann den Stolz der Witzheldener auf „ihren“ Komponisten Johann Wilhelm Wilms verstehen. Während das Porträt in schnell hingeworfener Zeichnung vom Zeitgenossen Franz Schuberts einen skizzenhaften und antiquierten Eindruck macht, wirkt seine Musik umso facettenreicher, quirliger und aufgeweckter.
Allerdings braucht es dazu auch Solisten wie die niederländische Flötistin Doretthe Janssens und Pianist Thomas Palm, die beim dritten Tauftagskonzert jetzt den Bogen zur Flötenmusik der Niederlande spannten.
Die Internationale Johann Wilhelm Wilms Gesellschaft hatte zusammen mit dem Leichlinger Kulturamt und dem Verkehrs- und Verschönerungsverein Witzhelden in die Evangelische Kirche am Marktplatz eingeladen.
Im Alter von 19 Jahren ging Wilms 1791 nach Amsterdam, wo für Virtuosen wie für Verleger der Takt angegeben wurde.
Wilms wurde bald von mehreren Orchestern als zweiter Flötist engagiert und hatte ebenso als Pianist und Pädagoge einen guten Ruf.
Als experimentierfreudiger Ausländer sei Wilms seinerzeit von den Niederländern mit offenen Armen und vor allem Ohren aufgenommen worden, erklärte Doretthe Janssens.
Gleichsam galt es in der Flötenmusik Flauten zu überwinden, es wurde versucht, die Instrumente spielfähiger zu machen.
Eindrucksvoll führte Janssens ihre Sammlung nach historischen Vorlagen gebauter Instrumente vor, darunter die Konische Ringklappenflöte, die Zylindrische Holz-Boehm-Flöte oder die Silberne Boehm-Flöte.

Fulminant

Ein bisschen erinnerte die Stimmung des Publikums in der schlichten Evangelischen Kirche an die Bilder Adolf von Menzels, des Porträtisten des flötenspielenden Preußenkönigs Friedrich II. Versonnen hörten die Witzheldener der Musik „ihres“ Komponisten zu.
Außer Sonaten und Konzerten von Wilms und seinem Schüler Carl Conrad von Schmit waren auf der Soirée auch Flötenwerke niederländischer Komponisten wie Jacob van Eyck, Willem Pijper oder Johannes Meinardus Coenen zu hören.
Etwas schade war es, dass Wilms' fulminantes Concerto pour la Flute Opus 24 D-Dur sowie das Concertino in g-Moll erst zum Ende hin zu hören waren. Denn hier nahm die Konzentration des Publikums im mit Informationen gespickten Konzert merkbar ab.

Ein Erlebnis war es dennoch. (Jan Sting)

Quelle: Kölner Stadt-Anzeiger, 04.04.2005
  Flötenmusik ohne jede Flaute

Zum dritten Mal gestaltete die Internationale Wilms-Gesellschaft anlässlich des Tauftages des Komponisten ein Konzert mit seinen Werken.

Witzhelden und der dort gebürtige Komponist Johann Wilhelm Wilms (1772-1847) scheinen sich von Konzert zu Konzert näher zu kommen.
Trotz exzellenter Frühlingssonne war der „Alte vom Berge“ am Sonntag erstaunlich gut besetzt.
Zum dritten Mal nahm die Internationale J. W. Wilms-Gesellschaft Bonn das Datum seiner Taufe im hiesigen Dorf (30. März 1772) zum Anlass, Werke von Wilms und anderen niederländischen Komponisten vorzustellen. Unter dem Motto „Flauto, Flöte, Flûte en Fluit – Wilms und die Flötenmusik“ gab Ernst Klusen als Vorsitzender der Wilms-Gesellschaft zu den einzelnen Stücken musik- und instrumentengeschichtliche Erklärungen.
Obwohl die Niederlande keine reichhaltige Literatur für spezielle Flöten-Kompositionen vorweisen können, wurde an den prägnanten Beispielen deutlich, dass Flöte nicht gleichbedeutend mit Flaute im übertragenen Sinne sein muss.
Unterstützt wurden seine Ausführungen von den humorvoll eingebrachten Sachkenntnissen der Flötistin Doretthe Janssens aus Rotterdam. Durch ihr Interesse an den verschiedenen Entwicklungsstufen des Instruments befindet sich eine stattliche Anzahl historischer Flöten sowie wertvoller Nachbildungen in ihrem Besitz. So konnte sie die gezielt ausgewählten Programmteile auch diesmal jeweils auf stilgerechten Instrumenten vortragen.
Diese original-klangorientierte Aufführungspraxis nutzt sie in ihrer eigenen Gruppe „FIER“ und als Orchestermitglied der „Anima Eterna’ “, in zwei Kölner Orchestern sowie dem kanadischen Orchester „Tafelmusik“.
An Cello und Flügel begleitet wurde Doretthe Janssens von Thomas Palm aus Köln – in Witzhelden seit langem ein gern gesehener, hoch qualifizierter Musiker.
Die Kontakte zu ihm als viel beschäftigtem Lehrbeauftragten und Gastprofessor von Brasilien bis Japan ergaben sich aus der Verbindung des Verkehrs- und Verschönerungsvereins Witzhelden zur Künstleragentur in Köln.
Als Ehrengäste beim 3. Tauftagskonzert konnte Klusen den Konsul beim Generalkonsulat der Niederlande, Willem Meulenberg und Sabine Badenhoop vom Deutschen Musikrat begrüßen.
(Ursula Hellmann)

Quelle: Westdeutsche Zeitung (Bergischer Volksbote), 05.04.2005