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Viertes Tauftagskonzert für Johann Wilhelm Wilms

 

Dächte man sich Wilms plötzlich wiederkommend
Erste Preisträger des Bundeswettbewerbs Jugend musiziert spielen Kammermusik des jungen Wilms und seiner wie unserer Zeitgenossen
Wie hat der hochbegabte junge Wilms wohl auf seine Umgebung gewirkt - und wie wirkte sie auf ihn?

Zur Beantwortung solch kniffliger Fragen starten wir am besten einenSelbstversuch:
sieben junge Musiker, Landsleute und im Alter der damals flügge werdenden Wilmskinder,
als außergewöhnlich begabt erkannt, gefördert und mehrfach entsprechend ausgezeichnet,
lassen uns ihre Deutungen von Werken der siebziger und achtziger Jahre des achtzehnten wie des zwanzigsten Jahrhunderts erleben und machen uns mit Kammermusik aus dem wilmsschen Frühwerk bekannt.

Möglichkeiten des Musizierens im Witzheldener Schulhaus vergegenwärtigen sie uns durch Aufführungen des Wilms Klaviertrios mit Flöte op.6 und seiner vierhändigen Sonate op.7,
im Zusammenhang mit einem Sonatensatz von Mozart und einer Fuge des späteren Wilms-
Lehrers Hodermann.

Weil diesen jungen Leuten im Gebäude der Musikgeschichte alle Türen offen und Ein-, Aus- und Rückblicke in sämtliche Richtungen jederzeit möglich zu sein scheinen, fällt es ihnen auch leicht, zwischen Mozart und Wilms einen Crumb zu entdecken und einen Kagel gleich mehrmals irgendwo, nein, nicht nur aufzustöbern, sondern uns auch plausibel zu machen.

Sich dieser Riege junger Musik-Scouts nicht anzuvertrauen wäre ein Fehler;
ihr aufmerksam zu folgen ist mehr als einen (Selbst-)Versuch wert.
Termin:

Ort:

Preise:

Karten:


Künstler:






Musik:







gefördert durch:
Sonntag, 2. April 2006, 17 Uhr

Evangelische Kirche Witzhelden

10 €, ermäßigt 5 €. Kinder und Musikschüler frei

unter 02 21 / 9 42 04 30 und an der Abendkasse


>> Peter Scholl
>> Fabian Müller
>> Toni Ming Geiger
>> Benyamin Nuss
>> Karolina Trojok / Hendrik Blumenroth / Svenja Borgstädt


J.W.Wilms, Trio op.6
G.Crumb, Vox Balaenae (Die Stimme des Wals)
J.W.Wilms, Sonate op.7
W.A.Mozart, Sonate KV 533, Allegro
G.C.Hodermann, Fuge op.1,1
M.Kagel, Zwei Stücke aus “Rrrrrrr.....”







>> Programmheft (1,5 MB)
  >> Routenplaner
Rezensionen
  Viel Applaus beim Tauftagskonzert

Junge Musiker spielten zu Ehren von Johann Wilhelm Wilms in der Evangelischen Kirche Witzhelden.

Das vierte Tauftagskonzert stand unter dem Motto „Dächte man sich Wilms plötzlich wiederkommend“. Ernst A. Klusen, der Vorsitzende der Internationalen Johann Wilhelm Wilms Gesellschaft, hatte sich folgendes Szenario ausgedacht:
Eine Abendmusik im Witzheldener Schulhaus zu Zeiten des jungen Wilms.
Sieben ebenfalls junge Musiker aus NRW, allesamt ausgezeichnet mit Ersten Preisen im Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“, spielten Werke des bergischen Komponisten und seiner Zeitgenossen, aber auch von zeitgenössischen Künstlern wie George Crumb und Mauricio Kagel.
Wann genau Wilms geboren wurde, weiß man nicht, sicher ist aber, dass er am 30. März 1772 in Witzhelden getauft wurde, in der soeben neu errichteten Bauern-Barockkirche.
Unterrichtet von seinem Vater, einem Dorfschulmeister, lernte Wilms Flöte und Klavier zu spielen und begann früh eigene Stücke zu arrangieren. Mit 19 Jahren ging er nach Amsterdam, wo er sich rasch einen hervorragenden Ruf als Pianist erspielte.

Wilm'sche Kammermusik präsentierten Toni Ming Geiger und Benyamin Nuss vierhändig am Klavier („Sonate pour le piano forte a quatre mains Opus 7 D-Dur“) sowie Svenja Borgstädt (Flöte), Karolina Trojok (Klavier) und Hendrik Blumenroth (Violoncello) mit „Trio pour le clavecin ou piano forte avec flute & violoncelle Opus 6 D-Dur“.

Ernst A. Klusen hatte „ein paar Minuten reinen Musizierglücks“ versprochen und Recht behalten.

Das Publikum applaudierte heftig ob des Könnens und der Musizierfreude der jungen Damen und Herren. Das Trio überraschte zudem mit dem höchst modernen „Vox Balaenae“ von George Crumb, einem von Walgesängen inspirierten Stück. Flötistin Svenja Borgstädt spielte und sang gleichzeitig in ihr Instrument hinein und erzeugte unheimlich ungewöhnliche Töne.
Schon Wilms soll seinerzeit über die Universalsprache Musik vermutet haben, dass auch Tiere für sie empfänglich seien. Was Wilms, wäre er am Sonntagnachmittag im „Alten vom Berge“ erschienen, gesagt hätte, bleibt freilich der Phantasie überlassen. Aber sicherlich hätte er sich über ein paar jüngere Musikliebhaber mehr im Publikum gefreut. (Ana Ostri´c)

Quelle: Kölner Stadt-Anzeiger, 04.04.2006